Signet der Notfallseelsorge

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Notfallseelsorge Magdeburg

 
 
       
 

 

 

 

 

 


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Aktivitäten der Notfallseelsorge Magdeburg

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Jahresbilanz 2005 - kurz und knapp

 

Im Jahr 2005 hatte die Notfallseelsorge Magdeburg insgesamt 86 Einsätze.
Die meisten davon waren Betreuungseinsätze für Angehörige nach häuslichem Todesfall (28), Überbringen von Todesnachrichten (16) und Suizid / Person droht zu Springen / Person ist gesprungen (15).
In 10 Fällen wurden Angehörige bzw. Betroffene von Unfällen betreut (Verkehrsunfalltod, Arbeitsunfall, sonstiger Unfall).
In 11 Fällen galt die Betreuung den Opfern von Straftaten oder Personen in psychischen Krisen. (Siehe beigefügte Grafik)

Durch eine Ausbildungsgruppe, welche im April 2005 endete, wurden sieben neue Teammitglieder übernommen, von denen sechs heute tätig sind. Das Stammteam der Notfallseelsorge beträgt also derzeit 18 Einsatzkräfte.

Mit insgesamt sieben Teamsitzungen, neun Supervisionssitzungen, einer mehrtägigen internen Fortbildung sowie zahlreichen externen Fortbildungen, welche einzelne Teammitglieder wahrnahmen, wurde die Sachkompetenz gestärkt.

Die Einbindung des Notfallseelsorge-Teams in die "Vollübung Amoklagen" ("Schulamok") der Polizeidirektion Magdeburg war erfolgreich und wurde durch Übungsnachbereitungen im Team vertieft.

Die Finanzen der Notfallseelsorge, welche sich aus kirchlichen Mitteln, einem Zuschuss des Gesundheitsamtes Magdeburg und zahlreichen Spenden- und Sponsorentiteln zusammensetzen, schlossen im Jahr 2005 gedeckt ab.

 
Einsätze in 2005 nach Indikationen  
Einsätze in 2005 nach Monaten  
   

 
 

Amok-Übung in Magdeburg

 

Am 7. November 2005 fand in Magdeburg die lange vorbereitete Vollübung der Polizeidirektion Magdeburg zum Üben einer Amoklage statt. Simuliert wurde ein Ereignis der Kategorie "Schul-Amok" (Gutenberg-Gymnasium Erfurt) mit zahlreichen Verletzten und Toten.
Neben den Einsatzkräften aus mehreren Polizeirevieren war auch das NFS-Team in die Übung einbezogen. Übungsziele der Notfallseelsorge waren die Alarmierung des Teams unter Echtzeitbedingungen, das Anrücken und Einweisen der Kräfte sowie der Aufbau eines Betreuungsplatzes bei einer polizeilichen Einsatzlage.
Innerhalb des Alarmierungszeitraumes von 45 Minuten waren sieben Mitglieder des NFS-Teams vor Ort und konnten in den Einsatz geführt werden. Betreut wurden verletzte bzw. traumatisierte Betroffene, welche bei der Übung durch Polizeitrainer dargestellt wurden.
Die Übung trug dazu bei, die realistischen Einsatzmöglichkeiten der Notfallseelsorge bei einem solchen Ereignis zu überprüfen und die polizeilichen Szenarien in einen Amokfall zu präzisieren. Eine detaillierte Auswertung wird demnächst noch statfinden.


U.K.

  Notfallseelsorger betreuen Verletzte

Teammitglieder bei der Betreuung verletzter Opfer
 
  Notfallseelsorger betreuen Verletzte
Notfallseelsorge-Team bei der Einsatz-Einweisung   Teammitglieder bei der Betreuung verletzter Opfer
 
   

 
 

Neue Ausbildungsgruppe abgeschlosssen.

 

Insgesamt 7 ehrenamtliche Kräfte sind Anfang Juli nach Abschluß der Ausbildungszeit ins Notfallseelsorge-Team neu übernommen worden. Unter ihnen sind Medizin- und Psychologiestudenten, Rettungsassistenten sowie eine Sozialarbeiterin. Somit hat das Notfallseelsorge-Team zur Zeit 20 MitarbeiterInnen. Die Absicherung der Rund-um-die-Uhr-Dienste wird damit verbessert.

 
   

 
 

Fortbildungswochenende 2005

 

Vom 20. - 22. Mai fand das diesjährige interne Fortbildungswochenende des Magdeburger NFS-Teams im idyllischen Ambiente des Klosters Drübeck bei Wernigerode statt.
Im Mittelpunkt der Fortbildung stand in diesem Jahr das Thema "Krisenintervention bei Amok-Lagen". Polizeioberkommissar Sylvio Gebser, psychologischer Verhaltenstrainer der Landespolizei, stellte Handlungskonzeption und Übungsprogramm der Polizei vor, welche nach dem Ereignis "Gutenberg-Gymnasium Erfurt 2002" entwickelt worden sind. Mit verschiedenen Wahrnehmungsübungen wurden unsere Teammitglieder an die besonderen Situationsbilder und Eindrücke einer Amoklage herangeführt. Umfassend diskutiert wurde die Frage, in welchem Zeitfenster und an welchem Ort Krisenintervention bei Amoklagen zum Einsatz kommt und welche konkreten Betreuungsaufgaben aus polizeilicher Sicht angebracht sind. Alle Beteiligten waren sich einig, daß das Notfallseelsorge-Team bei einer Amoklage sehr zeitnah zum Ereignis alarmiert werden und einen eigenen Bereitstellungs- wie auch Betreuungsraum zur Verfügung haben sollte.
Wie bereits in den Vorjahren bot das Klausur-Wochenende viel Zeit, um die Zusammenarbeit im Team zu reflektieren und dabei auch Ergebnisse aus der regelmäßigen Teamsupervision aufzunehmen und zu bearbeiten. Die angenehme Atmosphäre im Evangelischen Tagungszentrum Kloster Drübeck trug dazu bei, daß alle TeilnehmerInnen das Fortbildungswochenende in guter Erinnerung behalten werden.

U.K.

 
   

 
 

Bundeskongress für Notfallseelsorge und Krisenintervention

18. - 20. Mai 2005
Halle an der Saale - Franckesche Stiftungen

 

In diesem Jahr fand der 8. Bundeskongress für Notfallseelsorge und Krisenintervention statt und wurde zum ersten mal in Sachsen-Anhalt durchgeführt.
Ebenfalls zum ersten mal in der Geschichte des Bundeskongresses übernahm der Ministerpräsident eines Landes die Schirmherrschaft über diesen Kongress.
Prof. Dr. Wolfgang Böhmer war gebeten worden, diese Veranstaltung mit einem Grußwort an die Teilnehmer zu eröffnen.
Herr Prof. Dr. Böhmer nutzte diese Gelegenheit zu einer Ansprache, die fast schon einem Eingangsreferat gleichkam.
Was mich als Sachsen-Anhalterin besonders stolz machte, war die Art und Weise, in der Herr Böhmer unsere Arbeit beschrieb, hervorhob und würdigte.

Das Spektrum an Vorträgen, Workshops und Fortbildungen, welches in diesen drei Tagen angeboten wurde, war weit gefächert.
Hervorragende Dozenten, wie z.B. Prof. Michael Klessmann mit dem Thema "Solidarität und Parteilichkeit. Der prophetische Auftrag der Kirche im Kontext der Notfallseelsorge" fesselten uns mit ihren Referaten, andere hingegen lösten kontroverse Diskussionen aus.

Die Themen der Workshops und Fortbildungen waren so vielfältig, dass es schwer fiel, für die begrenzt zur Verfügung stehende Zeit, die richtige Auswahl zu treffen.
Ich hatte das Glück, an der Fortbildung "Wenn Kinder trauern" mit der Dozentin Anja Wiese von den "Verwaisten Eltern Hamburg", teilnehmen zu können.
Auf eindrucksvolle Weise schilderte uns Frau Wiese ihre Erfahrungen mit trauernden Kindern, die sie z.B. in Trauerseminaren gemacht hat. Sie gab uns wertvolle Informationen über die verschiedensten Ausdrucksmöglichkeiten der Trauer bei Kindern, die wir sehr gut in unserer Arbeit umsetzen können. Das Wichtigste, wenn wir mit Kindern umgehen, die einen Angehörigen verloren haben, ist Ehrlichkeit.
Kinder spüren sehr sensibel, dass etwas nicht stimmt. Altersgerechte ehrliche Antworten auf ihre Fragen und selbstverständlicher Umgang mit dem was Kinder in so einer Situation äußern und was vielleicht für uns Erwachsenen das eine oder andere mal befremdlich erscheint, sind sehr entscheidend für die Verarbeitung solcher Erlebnisse.
Diese Fortbildung war sehr beeindruckend.

Nach Hause gefahren sind wir mit einer Fülle von Ideen und Anregungen, das eine oder andere Thema in Zukunft aufzugreifen und selbst Fortbildungen mit entsprechenden Fachleuten für unser Team zu organisieren.

Es gab viele interessante Gespräche am Rande des Kongresses. Die Pausen bzw. die Abendstunden waren angefüllt mit Kontakten zu Mitarbeitern anderer Teams aus der ganzen Bundesrepublik.
Dabei wurde mir besonders deutlich aus wie vielen Schichten, Berufen und Motivationen heraus, Menschen sich für die Sache Notfallseelsorge bzw. Krisenintervention engagieren und bereit sind, sich ehrenamtlich dieser Aufgabe zu widmen.

Die Köpfe und Herzen voll, verließen wir diesen Bundeskongress mit einer Vielzahl von Eindrücken und Anregungen.

Wer sich detaillierter zum 8. Bundeskongress informieren möchte, kann dies hier tun.

I. B., Mitarbeiterin des Notfallseelsorgeteams Magdeburg

 
   
 
 
 

 

 

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